Zu Artikel zu Rot-Grüne Bundesregierung
»Für Tod und Verstümmelung
verantwortlich« Ein Gespräch mit Jürgen Grässlin Die neuen »Politischen Grundsätze zum
Rüstungsexport« traten im Januar 2000 in Kraft. Darin maß Rot-Grün »der Beachtung der
Menschenrechte im Bestimmungs- und Endverbleibsland bei den Entscheidungen über Exporte
von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern besonderes Gewicht bei«. Soweit die
Theorie. In der Praxis belegt der Rüstungsexportbericht 2003 die Vervierfachung der Kriegswaffenausfuhr in Höhe von 1,3 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr mit damals 0,3 Milliarden Euro. Die Einzelgenehmigungen für Rüstungstransfers stiegen 2003 um 50 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Folgenschwer sind Lieferungen von Waffen, Waffenteilen bzw. Munition an kriegsführende Staaten wie die USA und Großbritannien, an Staaten, die die Menschenrechte verletzen, wie Ägypten, Malaysia, Mexiko, Saudi-Arabien, Thailand und die Türkei. Dramatisch ist die Entwicklung vor allem im
Bereich der so genannten »Kleinwaffen«. 2003 erhielt beispielsweise Malaysia mehr als 1
000 Maschinenpistolen im Wert von über einer Million Euro. Dabei wies Amnesty
International darauf hin, dass es in Malaysia »erneut Meldungen über illegale Tötungen
sowie die Folterung und Misshandlung von Strafverdächtigen« durch die Polizei gegeben
hat. F: Sie haben 1994 und 1998 auf der
baden-württembergischen Landesliste der Grünen für den Bundestag kandidiert. Ist es
für Sie vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass Sie in der Friedenspolitik alte
Grundsätze nicht über Bord geworfen haben, besonders schmerzhaft, sich in dieser
Angelegenheit mit der Politik der SPD/Grünen-Regierung auseinanderzusetzen? Gerhard Schroeder, Wolfgang Clement und Joschka Fischer tragen die politische Verantwortung für Tote und Verstümmelte in den Kriegs- und Bürgerkriegsländern, vor allem durch ihre Exportbewilligungen so genannter »Kleinwaffen«. Als Mitglieder des geheim tagenden Bundessicherheitsrats entscheiden sie über die brisantesten Waffentransfers. Mit ihren Exportgenehmigungen an Regime, die Menschenrechte verletzen, setzen sie das tödliche Werk ihrer Vorgänger Helmut Kohl, Günter Rexrodt und Hans-Dietrich Genscher fort.
|