Presseerklärung DFG-VK »EADS N.V. kennt bei
Rüstungsexporten keine Menschenrechtsprobleme«
zur 5. ordentlichen Hauptversammlung
der EADS N.V. in Amsterdam vom 11. Mai 2005
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Presseerklärung DFG-VK »EADS N.V. kennt bei
Rüstungsexporten keine Menschenrechtsprobleme«
zur 5. ordentlichen Hauptversammlung
der EADS N.V. in Amsterdam
Velbert, 11. Mai 2005
EADS kennt bei Rüstungsexporten keine
Menschenrechtsprobleme
- EADS-Chairman räumt ein: »Ich habe nicht gesagt, dass Menschen nicht verletzt werden
können.«
- Zur Spendenpraxis - Grässlin: »Damit
ist offensichtlich, wie die Zustimmung zu der Beschaffung des Eurofighters und des
Raketenabwehrsystems MEADS gelaufen ist.«
»Die so genannten ethischen Grundsätze der EADS sind das Papier nicht Wert, auf dem sie
stehen«, urteilte Jürgen Grässlin mit Abschluss der ordentlichen Hauptversammlung der
EADS in Amsterdam. Grässlin hatte in vier Wortbeiträgen mehr als 20 Fragen gestellt, die
Antworten wurden jedoch weitestgehend verweigert. »Bei der EADS wird Transparenz
propagiert, jedoch eine Betonkopf-Mentalität praktiziert«, resümiert der
DFG-VK-Bundessprecher und Kritische Aktionär Grässlin. Fragen zu völkerrechtlich
verbotener Streumunition und zu Atomwaffenträgern seien konsequent abgeblockt worden. Die
Ziele des Unternehmens seien jedoch klar definiert. So gelte angesichts gestiegener
Rüstungsproduktion und gestiegener -exporte die Devise: »Wir müssen neue Regionen
erobern!« Dies proklamierte zumindest Philippe Camus, Chief Executive Officer, bei der
EADS.
Die EADS-Führung setzt bei Waffenexporten
voll auf die Erschließung neuer und den Ausbau bestehender Märkte. Die Menschenrechte
kommen dabei unter die Räder. Dramatisches Beispiel hierfür seien die Exporte zivil -
wie militärisch! - einsetzbarer Hubschrauber EC 120, deren neue Fertigungslinie gerade in
China aufgebaut werde, stellt Grässlin dar.
Über die Folgen dieser Rüstungsexportpolitik würden die Anleger wie die Öffentlichkeit
getäuscht. So behauptet der Chief Executive Officer Camus: »EADS-Kunden verwenden den
Raketenwerfer MLRS nur im Kampfbereich.« Erst nach Grässlins Nachfrage bekannte der
Chairman Dr. Manfred Bischof: »Ich habe nicht gesagt, dass Menschen nicht verletzt werden
können.« Für Rüstungsexporte trage jedoch die jeweilige Regierung die Verantwortung,
da »man den politischen Urteilen Priorität geben« müsse.
Ein weites Feld sei die Spendenpraxis der EADS. Der Konzern subventioniere nicht
politische Parteien. »Wir unterstützen Bundestagsabgeordnete in ihren Wahlkreisen«, so
Bischof wörtlich. Hierzu Grässlin: »Damit ist offensichtlich, wie die Zustimmung zu der
Beschaffung des Eurofighters und des Raketenabwehrsystems MEADS gelaufen ist.«
Rainer Hertrich, Chief Executive Officer,
hatte darauf verwiesen, dass der Rüstungskonzern EADS »mit Universitäten und Schulen
zusammenarbeitet«, um Praktikanten anzuwerben. Grässlins Frage, an welchen Schulen die
EADS für Nachwuchs werbe, blieb trotz mehrmaligen Nachfragen unbeantwortet.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim Thommes
Politischer Geschäftsführer der DFG-VK
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