Gegenanträge der Aktionärin Eva Grässlin Gegenantrag 1: »Der Vorstand wird nicht entlastet. Begründung: Unser Konzern produziert Panzerabwehrrichtminen, laut Bundeswehr eindeutig Landminen. Rund 10.000 Kunden und Aktionären, die dagegen protestierten, antwortete der Vorstand. »Wir produzieren keine Landminen« und sprach von »automatisierten Panzerfäusten« Das erinnert an das Kinderbuch »Alice im Spiegelland«: »Wenn ich ein Wort verwende«, behauptete Hampti-Dampti hochmütig, »dann hat es genau die Bedeutung, die ich haben will - nicht mehr und nicht weniger.« »Die Frage ist«, wandte Alice ein, »ob man das einfach machen kann.« -»Die Frage ist«, korrigierte Hampti-Dampti, »wer das Sagen hat, das ist alles.« Der Vorstand überschreitet seine Kompetenzen, wenn er selbstherrlich in die Semantik der deutschen Sprache einzugreifen versucht.« Gegenantrag 2: »Der Aufsichtrat wird nicht entlastet. Begründung: Humanitäre und kirchliche Organisationen fordern ein Verbot aller Arten von Landminen, einschließlich der Anti-Fahrzeugminen (z.B. Panzerminen), denen immer mehr Zivilisten zum Opfer fallen (in Bosnien 40% aller Minenunfälle). Laut Rüstungs-Informationsbüro (Postfach 5261, 79019 Freiburg) produziert Daimler-Benz zur Zeit 12.000 Panzerabwehrrichtminen für die Bundeswehr (Umsatz 105,7 Mio DM) und hält eine Weiterentwicklung (PARM 2) für den Export bereit. Unser Konzern gehört zu den führenden Minenherstellern und behindert dadurch eine wirksame Umsetzung des Verbots von Anti-Personenminen. Der Aufsichtsrat hat es bisher versäumt, den Vorstand zum Verzicht auf die Landminenproduktion zu bewegen, die dem Ansehen unseres Konzerns schadet.«
Gegenantrag des Aktionärs Jürgen
Grässlin Gegenantrag: »Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden nicht entlastet. Begründung: Stellungnahme der Verwaltung: [pauschal für alle Gegenanträge; Anm. JG] Die vorliegenden Gegenanträge beziehen
sich größtenteils auf Themengebiete, die in zurückliegenden Hauptversammlungen schon
mehrfach diskutiert wurden. Die Hauptversammlung ist diesen Anträgen nicht gefolgt.
Insbesondere zu den Themenbereichen Ökologie und Verteidigungstechnik, die immer wieder
Gegenstand inhaltlich ähnlicher Gegenanträge waren, hat der Vorstand seinen Standpunkt
bereits mehrfach und unmißverständlich dargelegt. Die Verwaltung hält an ihren Beschlußvorschlägen zur Tagesordnung fest. Stuttgart-Möhringen, im April 1998 Daimler-Benz Aktiengesellschaft
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