Pressemitteilung
»SCHEITERN DER UN-KLEINWAFFENKONFERENZ –
MASSIVE KRITIK AM UN-DESASTER VON NEW YORK«
des DAKS und RIB vom 08.07.2006
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SCHEITERN DER UN-KLEINWAFFENKONFERENZ -
MASSIVE KRITIK AM »UN-DESASTER VON NEW YORK«
Stuttgart / Freiburg, den 8. Juli 2006
In seiner Funktion als Sprecher des Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen Stoppen (DAKS) und Vorstandsmitglied
des Freiburger RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.) kritisierte Jürgen Grässlin das Scheitern der
UN-Kleinwaffenkonferenz als »UN-Desaster von New York«. Grässlin, Autor mehrerer Bücher zur
Kleinwaffenproblematik, erklärte, »dass diejenigen Politiker, die zum Scheitern der Konferenz beigetragen
haben, massive Mitschuld am millionenfachen Töten mit Revolvern, Maschinenpistolen, Gewehren, Maschinengewehren
und kleinkalibrigen Mörsern tragen«.
Laut Angaben des RIB und des DAKS würden bis zu 90 Prozent aller Opfer in Kriegen und Bürgerkriegen mit
Kleinwaffen erschossen – zwei Drittel von ihnen durch Gewehrkugeln. »Wer, wie ich, bei Reisen in Kriegs- und
Bürgerkriegsgebiete die Folgen des tagtäglichen Tötens mit Kleinwaffen miterlebt hat, der weiß um die
dramatischen Folgen des Scheiterns der UN-Kleinwaffenkonferenz«, erklärte Grässlin. So würden »Jahr für Jahr
mehrere hunderttausend Menschen durch den Einsatz von Kleinwaffen sterben, unzählige Menschen Gliedmaßen
verlieren oder verkrüppelt«.
De facto trügen vor allem die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien – die fünf ständigen
Mitglieder des UN-Sicherheitsrats – »maßgeblich Verantwortung für die gewaltsame Austragung von Konflikten
durch ihren massenhaften Export von Kleinwaffen in Krisengebiete, des Weiteren Deutschland und Belgien als
führende Lizenzgeber und Kleinwaffenexporteure. Allein durch Kugeln der vom Oberndorfer Waffenfabrikanten
Heckler & Koch (H&K) entwickelten Gewehre stirbt durchschnittlich alle 14 Minuten ein Mensch«, so
Grässlin.
Schuld am »UN-Desaster von New York aber ist allen voran die Regierung der USA, die seit Jahren ernsthafte
Bemühungen um Restriktionen im Bereich der Kleinwaffen unterminiert«, erklärte der DAKS- und RIB-Sprecher.
Wolle die internationale Staatengemeinschaft »die teuflische Saat der Kleinwaffen ernsthaft aus der Welt
schaffen«, so müsse sie »neben den illegalen vor allem die legalen Waffentransfers unterbinden, die rund drei
Viertel aller Kleinwaffenexporte umfassen«. Offensichtlich aber seien »den USA Waffenlieferungen im ‚Krieg
gegen Terror’ wichtiger als eine ernstzunehmende Friedenspolitik«.
Kontakt:
J. Grässlin, Tel. 0761-76 78 208, Mob. 0170-611 37 59
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